Fotografie erklärt – von Vitali Skidan, Hochzeitsfotograf aus Bamberg

Hausrecht: Bahnhof, Museum, Einkaufszentrum
Öffentlich zugänglich heißt nicht öffentlicher Raum. Auf privatem Grund bestimmt der Eigentümer, ob fotografiert werden darf – und das ist fast überall.

Perspektive: warum Augenhöhe fast immer die langweiligste ist
Die Höhe, aus der ihr fotografiert, verändert die Aussage eines Bildes stärker als jede Einstellung an der Kamera. Und sie kostet nichts.

Naturfotografie, ohne die Natur zu stören
Das beste Naturbild ist das, von dem das Tier nichts gemerkt hat. Wie man näher kommt, ohne einzugreifen – und wo die Grenze verläuft.

Als Zweitfotograf anfangen – der unterschätzte Weg
Drei Tage neben jemandem, der es kann, bringen mehr als ein Jahr Theorie. Und man trägt dabei nicht die Verantwortung, wenn etwas schiefgeht.

Autofokus-Modi: Einzelfeld, Nachführung und Augenerkennung
Der Autofokus moderner Kameras ist schneller als jedes menschliche Auge. Er scheitert trotzdem regelmäßig – meistens, weil er im falschen Modus steht.

Familienfotos: alle scharf, alle wach, alle da
Das schwierigste an einem Familienbild ist nicht die Technik, sondern die Regie. Vier Menschen gleichzeitig in einen guten Moment zu bringen, will vorbereitet sein.

Portraitfotografie: Menschen fotografieren, die keine Modelle sind
Die Technik ist der kleinere Teil. Der größere ist, dass jemand vor der Kamera steht, der sich unwohl fühlt – und das sieht man auf jedem Bild.

Belichtungsmessung: Mehrfeld, Spot und mittenbetont
Die Kamera misst das Licht, bevor sie rechnet. Welchen Teil des Bildes sie dafür ansieht, entscheidet ihr – und bei Gegenlicht entscheidet es alles.

ND- und Polfilter: die zwei Filter, die Software nicht ersetzt
Fast jeder Filtereffekt lässt sich nachträglich nachbauen. Zwei nicht – und beide arbeiten mit Licht, das ohne sie gar nicht erst in der Datei landet.

Wo man nicht fotografieren darf
Die kurze Liste der Orte und Situationen, bei denen es nicht um Höflichkeit geht, sondern um Hausverbot, Schadenersatz oder Strafrecht.

Straßenfotografie: nah rangehen, ohne aufzufallen
Das schwierigste Genre braucht die wenigste Ausrüstung. Es braucht die Bereitschaft, sich unwohl zu fühlen – und ein bisschen Rechtskenntnis.

Bildaufbau: die Regeln, die man kennen muss, um sie zu brechen
Ein gutes Bild entsteht nicht durch die Kamera, sondern durch die Entscheidung, was hineinkommt und was nicht. Dafür gibt es Werkzeug – und es kostet nichts.
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Weißabgleich: warum deine Bilder blaustichig sind
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