Wer von Photoshop oder einem einfachen Bildbetrachter kommt, stolpert bei Lightroom über dasselbe: Es gibt kein „Speichern“. Und die Datei auf der Festplatte sieht nach der Bearbeitung genauso aus wie vorher.
Das ist kein Fehler, sondern das Grundprinzip.
Der Katalog
Lightroom bearbeitet eure Bilder nicht. Es merkt sich, was ihr getan habt, und wendet es beim Betrachten und beim Export an. Diese Anweisungen liegen in einer Datenbank, dem Katalog.
Daraus folgen drei Dinge, die man wissen muss:
Die Originaldateien bleiben unangetastet. Ihr könnt nichts kaputtmachen. Jede Bearbeitung ist jederzeit rückgängig zu machen, auch nach Jahren.
Der Katalog ist wertvoll. Geht er verloren, sind alle Bearbeitungen weg – die Bilder aber nicht. Deshalb gehört er in die Sicherung.
Bilder dürfen nicht am Programm vorbei verschoben werden. Wer im Explorer einen Ordner umbenennt, findet in Lightroom lauter Fragezeichen. Verschieben und Umbenennen macht man innerhalb von Lightroom.
Import: die zwei Entscheidungen
Beim Import gibt es zwei Optionen, die zählen:
Kopieren oder Hinzufügen. Kopieren holt die Bilder von der Karte an einen Ort eurer Wahl. Hinzufügen nimmt Bilder auf, die schon da liegen, wo sie bleiben sollen.
Die Ordnerstruktur. Lightroom kann nach Datum sortieren. Ob das die richtige Struktur ist, entscheidet ihr – Vorschläge dazu unter Bilder archivieren.
Zwei Einstellungen, die sich sofort lohnen:
- Metadaten-Vorgabe mit eurem Namen und Kontakt. Sie wird dann automatisch in jedes Bild geschrieben. Das ist euer Nachweis der Urheberschaft – siehe Urheberrecht.
- Eine zweite Kopie beim Import auf ein anderes Laufwerk. Das ist die einfachste Sicherung, die es gibt, und sie kostet einen Haken.
Die Module
Lightroom ist in Bereiche unterteilt. Für den Anfang braucht ihr zwei:
Bibliothek – sichten, sortieren, bewerten, suchen.
Entwickeln – die eigentlichen Regler.
Die übrigen – Karte, Buch, Diashow, Drucken, Web – kann man jahrelang ignorieren.
Sichten, bevor ihr entwickelt
Der größte Zeitfresser ist, alle Bilder zu entwickeln und danach auszusortieren. Macht es umgekehrt.
Ein Ablauf, der sich bewährt hat:
- Erster Durchgang: Alles ansehen, mit P markieren, was in Frage kommt, mit X ablehnen, was unscharf oder misslungen ist. Nicht nachdenken, nur reagieren.
- Abgelehnte löschen.
- Zweiter Durchgang nur über die Markierten: Sternebewertung, um die besten herauszufiltern.
- Nur diese entwickeln.
Von 300 Bildern einer Hochzeit bleiben so 60, die es wert sind. Das ist keine Verschwendung, sondern der eigentliche Beruf.
Die wichtigsten Tastenkürzel
Sie sparen mehr Zeit als jede andere Einstellung:
| Taste | Wirkung |
|---|---|
D | ins Entwickeln-Modul |
G | zurück zur Rasteransicht |
P | Bild markieren |
X | Bild ablehnen |
1–5 | Sterne vergeben |
\ | Vorher-Nachher umschalten |
Y | Vorher-Nachher nebeneinander |
R | Zuschneiden |
Strg/Cmd + C/V | Einstellungen kopieren und einfügen |
Das letzte ist der wichtigste Hebel bei Serien: ein Bild entwickeln, die Einstellungen kopieren, auf alle anderen aus derselben Situation anwenden.
Presets: nützlich und überschätzt
Presets sind gespeicherte Reglerstellungen. Sie sind nützlich als Ausgangspunkt, nicht als Ergebnis.
Gekaufte Preset-Pakete versprechen einen Look mit einem Klick. In der Praxis funktionieren sie bei dem Bild, für das sie gebaut wurden, und bei den anderen nicht – weil euer Licht ein anderes war.
Sinnvoller sind eigene Presets für wiederkehrende Aufgaben: eure übliche Schärfung, eure Rauschreduzierung, euer Ausgangspunkt für Innenaufnahmen. Siehe Eigene Presets bauen.
Export
Beim Export entsteht erst die fertige Datei. Die Einstellungen, die zählen:
Format und Qualität. JPEG mit 80 bis 90 Prozent ist für fast alles richtig. Darüber wächst die Datei, ohne dass man es sieht.
Größe. Für das Netz reicht die lange Kante bei 2.000 bis 2.560 Pixeln. Voll aufgelöste Dateien ins Netz zu stellen, verschenkt nur Ladezeit – und erleichtert das Kopieren.
Farbraum sRGB für alles, was auf Bildschirmen landet. Adobe RGB nur, wenn die Druckerei es ausdrücklich verlangt.
Schärfen für Bildschirm oder Papier, passend zur Ausgabegröße.
Metadaten. Überlegt, was mit soll. Der Urhebervermerk ja. Die GPS-Daten eurer Wohnung eher nicht – Lightroom kann sie beim Export entfernen.
Lightroom oder Lightroom Classic
Es gibt zwei Programme mit ähnlichem Namen:
Lightroom Classic ist die klassische Variante mit Katalog und Bildern auf der eigenen Festplatte. Für die meisten die richtige Wahl.
Lightroom (ohne Zusatz) speichert in der Cloud und läuft auf mehreren Geräten. Bequem, aber ihr bezahlt für den Speicher und gebt die Kontrolle über den Speicherort ab.
Und wer weder das eine noch das andere abonnieren will: Es gibt gute Alternativen ohne laufende Kosten – Darktable und weitere unter kostenlose Bildbearbeitung.

Seit über fünfzehn Jahren Hochzeiten und Reportagen in Franken, deutschlandweit unterwegs. Die Bilder in diesem Blog sind meine eigenen – aus Aufträgen und von unterwegs, mit den Aufnahmedaten darunter.
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