Wie fotografiert man Sterne richtig

Sternenhimmel fotografieren

Sternenhimmel fotografieren

Der nächtliche Sternenhimmel ist faszinierend. Aber wenn man ihn fotografieren will, lässt er uns oft verzweifeln. Nicht selten sind die Ergebnisse nächtlicher Fotosessions sternenlos und buchstäblich schwarz wie die Nacht, verpixelt oder total verwackelt. Um zu guten Sternenfotos zu kommen, ist einiges zu beachten.

Wie man die Sterne fotografiert

So sehr sie auch glitzern und strahlen, das Licht der Sterne ist ziemlich schwach. Während das sommerliche Mittagssonnenlicht eine Beleuchtungsstärke von 100 000 Lux liefert, liegt dieser Wert bei etwa 0,0005 Lux für den mondlosen Sternenhimmel um Mitternacht. Dieser immense Helligkeitsunterschied muss durch die Kamera ausgeglichen werden. Dazu wird eine Langzeitbelichtung bei hoher Lichtempfindlichkeit nötig, sowohl die Belichtungsdauer als auch der ISO-Wert müssen sich manuell einstellen lassen. Wer eine hervorragende Fotografie vom Sternenhimmel machen will, vermeidet das leidige Verwackeln am besten durch den Einsatz eines Kamerastativs. Der Bildstabilisator der Kamera ist nur bei Belichtungszeiten bis 1/8 Sekunde sinnvoll.

Im Fall der Langzeitbelichtung führt er aber zum unerwünschten, gegenteiligen Effekt: Weil die Kamera versucht, imaginäre Bewegungen zu kompensieren, werden Bilder mit gewissen Unschärfen erzeugt. Deshalb soll der Bildstabilisator ausgeschaltet bzw. deaktiviert sein. Die ISO-Empfindlichkeit ist die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors. Je schlechter das verfügbare Licht ist, desto höher soll der ISO-Wert sein. In der Praxis bilden viele Digitalkameras bei sehr hoher Lichtempfindlichkeit einerseits zahlreiche Sterne und große Details ab, andererseits sind die Bilder total verrauscht. Wieder einmal macht hier die Übung auch den Meister – man sollte mit seiner Kamera im Vorfeld ruhig ein bisschen experimentieren. So findet man bald heraus, bis zu welchem ISO-Wert gute Bilder erzeugt werden. Während die Details bei vielen Kameramodellen schon bei ISO 400 etwas matschig werden, liefern moderne Spiegelreflexkameras mit ihren großen Bildsensoren noch bis ISO 1 600 ansehnliche Ergebnisse.

 Sternzeichen Sternenhimmel

der Sternenhimmel

Die Langzeitbelichtung

Viele kleine Digitalkameramodelle lassen jeweils nur eine Belichtungsdauer von lediglich 30 Sekunden zu. Bei ISO 400 und mehr reich dies durchaus aus, die hellsten Sterne gut sichtbar zu machen. Ein noch länger belichtetes Normalobjektiv wird dann Opfer der Erdrotation und als Ergebnis werden die Sterne nicht mehr als Punkte abgebildet. Dagegen ermöglicht ein Weitwinkelobjektiv unter 18 mm eine signifikant längere Belichtungszeit von bis zu 1 Minute. So werden auch schwächere und deshalb nicht weniger lohnende Objekte unserer Milchstraße mit relativ guter Schärfe fotografiert.

Ergebnis noch längerer Belichtungen ist die Abbildung unserer Sterne als Strichspuren, wobei diesen Bildern ein gewisser Reiz nicht abgesprochen werden kann, besonders wenn man den Polarstern anpeilt. Er wird dann auf den Fotografien zum faszinierenden Mittelpunkt unseres nächtlichen Sternenhimmels, um den sich alle anderen Himmelskörper in kreisrunder Drehbewegung platzieren.

Der farbige Hintergrund des Nachthimmels

Dieser farbige Himmelshintergrund stellt ein Problem dar, das durch Lichtstreuung in der jeweiligen Umgebung entsteht. Dabei können die störenden Lichtquellen, beispielsweise hell leuchtende Industriegebiete und Ortschaften, viele Kilometer weit entfernt sein – trotzdem projizieren sie ihr Grundleuchten auf das Bild vom Sternenhimmel.

Um diesem Effekt entgegenzuwirken, sucht man sich zum Fotografieren am besten einen sehr dunklen Standort. Weil das Auffinden eines lichtfreien Beobachtungsplatzes in unserem dicht besiedelten und überaus stark beleuchteten Umfeld durchaus schwerfällt, sollte man in jedem Fall den Kamerakontrast herabsetzen. Der dazu notwendige Bildmodus “neutral“ ist allerdings nicht an jeder Kamera verfügbar. Dann ist es empfehlenswert, ein Motiv in der Nähe des Zenits auszusuchen, weil dort der Anteil des Streulichts geringer ausfällt. Auch dazu gibt es eine Alternative: Indem man den Widerschein in den Aufbau bzw. die Dramaturgie des Bildes integriert, macht man aus der Not eine Tugend. Wenn sich diffuser Widerschein beispielsweise im Wasser eines Sees spiegelt oder durch die Bäume hindurchschimmert, entstehen reizvolle Effekte. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Fazit zur Sternenfotografie

Wer jetzt Lust bekommen hat, seine Sterne zu fotografieren, stellt seine Kamera richtig ein und fixiert sie auf dem Stativ. Mit etwas Übung entstehen dann ganz sicher individuelle, traumhafte Sternenbilder.

Bildquelle:  http://blog.olafschneider.de/2013/09/02/floureszin/