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Sebastião Salgado

Elephant von Sebastião Salgado

Elephant von Sebastião Salgado

Sebastião Salgado – der Sozialfotograf

Farben sind nicht die Sache des brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado. Er zeigt die Welt in Schwarz-Weiß. Dieses Stilmittel passt perfekt zum wenig bunten Leben seiner Protagonisten und bietet zudem starke stilistische Möglichkeiten, Schatten und Licht des Lebens darzustellen.

Wim Wenders, deutscher Regisseur und Fotograf und ebenfalls ein Freund der Kontraste, hat über Salgado, den er bewundert, nun einen Dokumentarfilm gedreht:

 

Das Salz der Erde. http://www.kino-zeit.de/filme/das-salz-der-erde

 

Salz war über Jahrhunderte eines der wenigen Konservierungsmittel, die verhinderten, dass Lebensmittel verderben. Zudem ist es das Würzmittel, das Speisen oft erst geschmackvoll macht.„Ihr seid das Salz der Erde“, lobte daher Jesus seine Jünger in der Bergpredigt. Ein Bibelzitat als Titel einer Dokumentation über einen Atheisten? Doch Salgado selbst ist es, der einen Bibelbegriff für sein neuestes Langzeitprojekt wählte: „Genesis“. Das sei ein sehr präziser Ausdruck für den Anfang, so der Fotograf. Denn um das Darstellen eines Anfangs ist es ihm in den vergangenen zehn Jahren gegangen. Er durchstreifte das ganze Erdenrund auf der Suche nach unberührten Gegenden, die noch nicht von der Zivilisation erreicht worden sind. Salgado zeigt Echsenfüße, Löwen und Giraffen am Okawango, Paviane in Äthiopien, Pinguine in der Arktis. Dazu Luftaufnahmen von Regenwäldern, Flussläufen, gigantischen Eisbergen, Wüsten und Ozeanen. Und dazwischen Fotos von indigenen Völkern. Suma-Frauen mit großen Tellerlippen oder die Korowai in Westpapua.

Indigene-Gemeinschaft-Arhuaco-Pueblo-Bello Sebastião-Salgado

Indigene-Gemeinschaft-Arhuaco-Pueblo-Bello Sebastião-Salgado

Berühmt geworden ist Salgado mit seinen Fotos über das menschliche Elend. Sebastião Ribeiro Salgado, 1944 in Brasilien, im Bundesstaat Minas Gerais, geboren, engagierte sich schon während seines Studiums gegen die Militärdiktatur. Mit 25 Jahren emigrierte der Wirtschaftswissenschaftler zusammen mit seiner Frau nach Paris, wo er promovierte. Während seiner Geschäftsreisen für die International Coffee Organisation begann er, mit der Leica seiner Frau Lélia zu fotografieren. Er hatte seine Bestimmung gefunden. Seit 1973 arbeitet er als freischaffender Fotograf für verschiedene Fotoagenturen, unter anderem für Magnum Photos. Salgado ist Autodidakt, sein großes Vorbild ist der Fotograf Bill Brandt. Der Engländer postulierte die Verbindung von sozialem Engagement und ästhetischem Kalkül.

Fotos von südamerikanischen Minenarbeitern im Band „Arbeiter. Zur Archäologie des Industriezeitalters“ machten Salgado gleich über die Fachwelt hinaus berühmt. Fotoreportagen über die landlose Landbevölkerung Südamerikas („Terra“) festigten seinen Ruf als humanistischer Bildjournalist. Das Leben als Immigrant in Europa hat den Brasilianer sensibilisiert für das Schicksal der Flüchtlinge dieser Welt und führte ihn zu seinem Langzeitprojekt „Exodus“. Im Ausstellungskatalog bezeichnete Salgado die von ihm Fotografierten als „heimliche Verbündete“.

Weitere Links zu Sebastião Salgado

Weitere Links: http://www.taschen.com/facts.sebastio_salgado_genesis.htm
Weitere Links: http://www.unicef.org/salgado/bio.htm
Weitere Links: http://www.biography.com/people/sebasti%C3%A3o-salgado-40046
Weiters Links: https://www.artsy.net/artist/sebastiao-salgado

Sieben Jahre reiste er durch 40 Länder, um die Flüchtlingsdramen dieser Welt abzulichten. Dabei arbeitete er, wie er das schon in seinen Projekten zuvor und auch danach getan hat. Er trat nicht mit der Kamera im Anschlag auf, drückte ab und war wieder weg. Sebastião Salgado hat immer mit den Menschen gelebt. So kam er ihnen nahe genug, sie auch in intimen Situationen fotografieren zu können, ohne sie bloßzustellen. Diese Menschen, die ihre Wurzeln durch Flucht und Vertreibung verloren haben, werden nicht vorgeführt. Durchkomponierte, kunstvoll ausgeleuchtete, kontrastreiche Lichtkunst macht die Aufnahmen von den Heimatlosen, Hungernden, Sterbenden unvergesslich. Drei Millionen Menschen auf der halben Welt haben die Fotoausstellung über die Migration bisher gesehen, und das Thema ist aktuell wie nie. Vielen Betrachtern haben die Kinder, die in den Armen ihrer Eltern sterben, die Alten ohne Fürsorge, die verzweifelten Mütter die Tränen in die Augen getrieben. Auch der Fotograf selber wäre beinahe zerbrochen an diesem Projekt. Er fotografierte auf Straßen und in Flüchtlingslagern im Libanon, im Südsudan, im Kosovo und in Ruanda. baleia-franca-austral_divulgac

Und der Genozid, den er in Afrika sah, habe ihm den Glauben an die Menschheit geraubt, sagte er in einem Interview. Er wurde schwer krank. Der Arzt riet ihm dringend, mit der Fotografie aufzuhören. Salgado wollte sich auf die Fazenda seiner Eltern in Brasilien zurückziehen, ins Paradies seiner Kindheit. Dort angekommen, musste er indes erkennen, dass der Regenwald seiner Kindheit zerstört war. Doch die Zerstörung weckte ein neues soziales Engagement: die Wiederaufforstung. Zwei Millionen Bäume hat er bisher pflanzen lassen, gut eine halbe Million soll noch dazukommen.

Wim Wenders hat nun zusammen mit Sebastião Salgados Sohn Juliano Salgado eine Dokumentation gedreht. Die kraftvollen Fotos, die Bilder des Schreckens und der Schönheit stehen im Mittelpunkt. Aus einem dark room heraus erzählt der Künstler die Geschichte ihrer Entstehung als die Geschichte seines Lebens. Diese Hommage wurde in Cannes mit minutenlangem Beifall gefeiert und erhielt einen Spezialpreis.

Internationale Webseiten über Sebastião Salgado

http://www.nzz.ch/feuilleton/kino/ein-erzaehler-grosser-zusammenhaenge-1.18423532
http://theoslife.de/2014/08/15/sebastiao-salgado-exodus/
Bildquelle: http://kaffeedramatiker.wordpress.com/2010/07/06/kaffee-fotografie-von-sebastiao-salgado/

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